Keramikpreis der Töpferstadt Bürgel

Walter-Gebauer-Keramikpreis Bürgel 2011
Im Rahmen des 37. Bürgeler Töpfermarktes vom 17. – 19. Juni 2011 wurde zum 17. Mal ein Keramikpreis vergeben. Die Auslober des Preises, der Förderkreis Keramik-Museum Bürgel e.V., die ART-regio Kunstförderung der Sparkassen Versicherung und die Bürgeler Töpfermarkt GmbH ehren mit dem Preis den verdienstvollen Bürgeler Töpfermeister und Keramiklehrer Walter Gebauer.

Mit dem einzigen mitteldeutschen Keramikpreis sollen Keramiken in hoher handwerklicher Qualität und mit besonderem gestalterischen Anspruch gewürdigt werden. Dabei wird für die ideenreiche Umsetzung der thematischen Vorgabe die Anwendung traditioneller keramischer Techniken ebenso anerkannt wie die Suche nach erweiterten Ausdrucksformen in der Keramik.

Der Walter-Gebauer-Keramikpreis Bürgel stand 2011 unter dem Thema: „Kaffee-Genuss“.
Erläuterung

Das Thema knüpft an die lange Tradition des kulturvollen Kaffee-Genusses an. Es gibt heute eine Vielzahl von Möglichkeiten, das aromatische Getränk zuzubereiten und zu servieren. Anders als der Wegwerf-Becher kann keramisches Kaffeegeschirr  den Charakter der Kaffeespezialitäten betonen und die entspannende Wirkung echten Kaffee-Genusses unterstreichen.

Die Preisträger und Anerkennungen 2011


Preisträger: Martin Möhwald, Halle
Keramikpreis Preisträger Martin Möhwald Die fünfköpfige Jury beeindruckte bei dem Ensemble aus Kaffee-Kanne und zwei Gedecken die zweckmäßige Form ebenso wie das graphische Dekor. Schwarze und weiße Rechtecke fügen sich zu fließenden, scheinbar Raum bildenden Strukturen und laden das Auge des Betrachters ein, den Blick immer wieder über die Gefäße gleiten zu lassen. Zum Genuss des Kaffees kommt der Reiz für das Auge. Schwarz und weiß erinnern dabei an das Aussehen des Getränks und seines klassischen Gefäßmaterials, des Porzellans. Der häufiger auch in der Volkskunst Afrikas zu findende Kontrast der beiden Nichtfarben lässt weitere Assoziationen zu – beispielsweise die milden afrikanischen Hochland-Kaffees oder auch die der beiden beliebtesten Kaffeezutaten – Zucker und Milch.
Dieser Preis ist mit 1.000 € dotiert.
 

4 Anerkennungen, jeweils mit 125 € dotiert

Ludwig Laser, Berga
Keramikpreis Anerkennung Ludwig Laser Ludwig Lasers Tassen verkörpern solides Handwerk ebenso wie die Möglichkeiten keramischer Oberflächenveredlung durch Reduktions- und Kristallglasuren. Hand, Zunge und Auge werden gleichermaßen angesprochen. Das Fassungsvermögen reagiert auf ein Bedürfnis vieler Kaffeekonsumenten. Das Leeren ist vom Wunsch begleitet, die Tasse zu erheben und vor dem Auge zu drehen, um ebenfalls den Reichtum der Glasureffekte zu genießen.


Ute Dreist, Techentin
Keramikpreis Anerkennung Ute Dreist Das Ensemble mit Tablett wird Mokka-Liebhaber und Liebhaberinnen sofort ansprechen. Es lädt dazu ein, das Getränk in einer Art Kaffee-Zeremonie zu genießen. Der Reiz, die Einzelteile real und in der Phantasie immer wieder neu zu arrangieren, zeichnet das Ensemble ebenso aus wie die Farbigkeit der Oberflächen und die harmonierende Materialzusammenstellung. Hand geschmiedetes Eisen korrespondiert mit Schwere und Härte des Steinzeugs.


Katharina Miller, Halle
Keramikpreis Anerkennung Katharina Miller Die Studentin hat in ihrem Ensemble konventionelle Elemente industriell gefertigter Gefäße frei interpretiert und ins Handwerkliche zurückgeholt. Die feine Porzellankultur glatter Oberflächen wird durch raue Streifen gebrochen und dadurch vor Monotonie bewahrt. Sichtbare Nähte betonen die Vielfalt historischer Zitate und geben den spielerischen Umgang mit der langen Tradition von Kaffeegeschirren aus Porzellan zu erkennen.
 

Anke Zapf, Kromsdorf
Keramikpreis Anerkennung Anke Zapf Die Keramikerin rückt mit ihrer Gruppe die Zubereitung des Kaffees in den Vordergrund und macht deutlich, dass auch dies bereits zum Genuss gehört. Mit der Verwendung von Fundstücken, Resten gebrauchter Zubereitungsgeräte oder Montageteilen greift sie nicht nur eine abendländische Kunsttradition auf, sondern durch die Verbindung mit neuen keramischen Bauteilen oder ganzen Gefäßkörpern erwachen die bereits früher mit dem Kaffee in Berührung gekommenen Teile zu neuem Leben. Aufbewahren, Mahlen und Brühen gehören zum Kaffee-Genuss – und bedeuten hier auch eine Absage an die Wegwerfgesellschaft.

Wettbewerbsbedingungen:

  • Der Walter-Gebauer-Keramikpreis Bürgel ist mit 1.500 € dotiert.
  • Es wird nur ein Keramikpreis vergeben, in die Preissumme können von der Jury Anerkennungen einbezogen werden.
  • Teilnahmeberechtigt sind alle in Deutschland lebenden Personen und alle Marktteilnehmer, die hauptberuflich auf dem Gebiet der Keramik arbeiten oder sich in einer keramischen Ausbildung befinden.
  • Jeder Teilnehmer kann ein Ensemble, bestehend aus maximal sechs Einzelstücken, einreichen. Einzelne Stücke des Ensembles können aus mehreren Funktionsteilen bestehen.
  • Die eingereichte Arbeit kann in beliebigen Techniken ausgeführt sein, muss aber vorwiegend aus gebrannten keramischen Materialien bestehen.
  • Über die Vergabe des Preises entscheidet eine Fach-Jury. Diese wird speziell für den diesjährigen  Wettbewerb neu berufen. Die Entscheidung der Jury kann nicht angefochten werden.
  • Die Preisverleihung findet am Freitag, dem 17. Juni 2011, um 20.00 Uhr im Rahmen des Töpfermarktes statt.
  • Alle eingereichten Arbeiten werden während des Töpfermarktes in einer Ausstellung präsentiert.
  • Die Wettbewerbsarbeit muss verkäuflich sein. In den einzureichenden Wettbewerbsunterlagen ist daher der Verkaufspreis unbedingt anzugeben! Das Keramik-Museum Bürgel ist am Ankauf mindestens der preisgekrönten Keramiken interessiert. Die Auslober behalten sich ein Vorkaufsrecht bis zum Ende der Ausstellung vor.

 

Jury

  • Dr. Ulf Häder, Leiter des Keramik-Museums Bürgel
  • Barbara Schmidt, Designerin, KAHLA/Thüringen Porzellan GmbH
  • Dr. Rolf Luhn, ART-regio Kunstförderung der Sparkassen Versicherung & Geschäftsführer ART-regio
  • Frank Steenbeck, Maler und Dipl.-Keramiker, Jena
  • Heinz-Joachim Theis, Galerist und Leiter des Keramik-Museums Berlin

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.